Sozial- und Sonderbauten

Amts- und Landgericht Moabit, Berlin

Neubau eines temporären Sicherheitssaals mit Umbau und Sanierung von Teilbereichen des denkmalgeschützten Haupthauses

 

Projektdaten
Standort Turmstraße 91, 10559 Berlin
Auftraggeber Land Berlin / BIM – Berliner Immobilienmanagement GmbH
BGF 322 m²
Nutzung Temporärer Sicherheitssaal für ca. 130 Personen
Baukosten 3,3 Mio. €
Leistungsphasen 1-9
Planung/Ausführung 2017-2019
Kny & Weber mit Matthias Redlich, Stefanie Hoffmann, Stefanie Wimmer, Jeannette Nieke (Bauleitung)

 

In Berlin-Moabit befindet sich Deutschlands größtes Gerichtsgebäude, das Neue Kriminalgericht einschließlich seiner vier Erweiterungen. Der Eingang des 1904 bis 1906 erbauten, denkmalgeschützten Haupthauses A liegt in der Turmstraße 91 in 10559 Berlin.
Die gesamte Anlage unterliegt erhöhten Sicherheitsanforderungen und Haus A zusätzlich dem Denkmalschutz.

Da im Amts- bzw. Landgericht Moabit ein akuter Fehlbedarf an Verhandlungssälen mit besonderen Sicherheitsanforderungen vorlag, wurde in einem Innenhof des fünfgeschossigen Gebäudekomplexes des Hauses A, dem s.g. „Schlosserhof“ ein solitärer Baukörper als Sicherheitssaal errichtet. Zur Verkürzung der Bauzeit und damit der geringst möglichen Beeinträchtigung in der Nutzung des Bestandsgebäudes wurde dieser aus modularen, vorgefertigten Elementen hergestellt. Die Stand- und damit Nutzungsdauer wurde seitens der Denkmalschutzbehörde auf 10 Jahre begrenzt.

Der Baukörper mit ca. 260 m² Nutzfläche ist für ca. 130 Personen ausgelegt und steht mit einem Abstand von ca. 1,70 m bis ca. 3,20 m zum Bestandsgebäude frei im Hof. Vier Übergänge im Sockelgeschoss schließen den Solitär an den vorhandenen Altbau an. Auf dem Dach des Neubaus ist die Installation der zur Be- und Entlüftung des Saales erforderlichen Lüftungsanlage in wetterfester Außenaufstellung erfolgt.

Die Außenwände des modularen Neubaus wurden aus vorgefertigten Holztafelwänden errichtet. Die Außenwandbekleidung besteht aus einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade aus Aluminium, ausgeführt in einer Doppelstehfalzdeckung mit drei differierenden Scharenbreiten in der Farbe Mayagold für den Saal und Braun für die Übergänge. Das Mansardendach des Saals wurde als freispannendes Nagelplattenbindersystem mit Blecheindeckung ausgeführt, während die Übergänge mit einem Pultdach ausgestattet sind.

Der Bestandsbau wird entsprechend der neuen Nutzungsanforderungen und den Vorgaben des Denkmalschutzes umgebaut und saniert.

Die Erschließung des neuen Sicherheitssaals erfolgt über neu zu schaffende Zugänge mit Zutrittskontrollen im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes.

Die zum Saal zugehörigen Besprechungsräume und die Sanitäranlage für Richter und Staatsanwälte, sowie der Wartebereich für die Zuschauer und der Aufenthaltsraum für Polizei und Zeugen werden ebenfalls im Bestandsgebäude untergebracht.

Die nicht direkt von den Umbaumaßnahmen betroffenen Räume im Bestandsgebäude sind während der Baumaßnahme weiter in Benutzung.