Bauen im Bestand

Pistoriusstraße / Woelckpromenade, Berlin

Umbau und denkmalgerechte Sanierung zu einem Wohnheim

Projektdaten
Standort Woelckpromenade 1/ Pistoriusstraße 17, 13086 Berlin-Weißensee
Auftraggeber Ben Bau Management GmbH
BGF / NF 2.890 m²/ 2007 m²
Nutzung Wohnheim mit 39 Plätzen
Baukosten 2,1 Mio. €
Leistungsphasen 1-5
Planung/Ausführung 2007-2009
Kny & Weber mit Caroline Pötzsch

Das denkmalgeschützte Gebäude, vom Architekten James Carl Bühring entworfen, wurde um 1913 in Mauerwerksbauweise errichtet. Insbesondere die expressionistisch, stark gegliederten Klinker- und Natursteinfassaden, prägnante Steildächer und die markante Eingangssituation mit einem zweigeschossigen Vorbau an der Pistoriusstraße lassen es als ein bedeutendes Gebäude seiner Epoche erscheinen.
Geplant als Ledigenheim hat das Gebäude im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Nutzungswandel erlebt. So war es u. a. eine Krankenkasse, Sozialfürsorge mit Warmbadeanstalt im Keller, TBC- Beratungsstelle und zuletzt Dienstgebäude des Stadtbezirkes, Abt. Gesundheits- und Sozialwesen.
Die Gebäudesubstanz befindet sich in einem vergleichsweise guten Zustand, die Baukonstruktion weist baualterbedingt geringe Schäden auf. Der gesamte Innenausbau sowie die haustechnischen Anlagen entsprachen nicht mehr heutigen Anforderungen und wurden weitgehend erneuert. Die denkmalgeschützten Fassaden verblieben in ihrer ursprünglichen Ausführung, ebenso die aufgearbeiteten erhaltenswerten Bestandsfenster. Originale Bauteile wie Treppenhäuser und Innentüren wurden in Abstimmung mit der Denkmalbehörde aufgearbeitet.
Für die vertikale Erschließung ist ein behindertengerechter Aufzug vorgesehen der die Etagen UG bis Dachgeschoss verbindet. Im Wohnheim leben ca. 39 Menschen, die in 4 Gruppen a 9 – 10 Bewohner geteilt sind. Zwei Wohngruppen sind als Dauerwohnplätze vorgesehen, zwei Wohngruppen im Rahmen des Übergangswohnheims. Die Mischung hat das Ziel, den Trainingscharakter für die dauerhaft im Wohnheim lebenden Menschen deutlich zu machen und das soziale Lernen zu unterstützen.
Im Bereich der ehemaligen Läden zur Pistoriusstraße wurde ein Büro und Treffpunkt für betreutes Wohnen eingerichtet. Im Keller sind im Bereich des Treppenhauses 1 eine Werkstatt sowie ein behindertengerechtes WC realisiert. Im Bereich des Treppenhauses 2 sind Personalumkleiden und Sozialräume für ca. 30 Beschäftigte vorgesehen. Ein großer Wasch- und Trockenraum sowie ein Rollstuhlraum neben dem Aufzug ergänzen neben diversen Lagerflächen sowie Haustechnikräumen die Funktionen im Keller. Das Dach bleibt weitgehend unausgebaut. Lediglich der schon ausgebaute Teil am Treppenhaus 1 bis zur Trennwand wird weiter genutzt. Hier sind ein großer Besprechungs- / Personalaufenthalsraum sowie zwei Büros zum Hof vorgesehen.